Im Spiegel Deines Angesichts

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Devadasi, in geschichtlicher Bedeutung

Devadasi ist ein Wort aus der alten Sprache Sanskrit und bedeutet „Dienerin Gottes".

Devadasi beschrieb ursprünglich eine religiöse Praxis des Hinduismus, in welcher Mädchen mit einer Gottheit „verheiratet" wurden. Neben der Tempelpflege gehörte die Praxis traditioneller Musik und Tanz zu ihren Aufgabenbereichen. Angeblich wurden sie in 64 Künsten unterrichtet und man sagt, sie erhielten eine gute Allgemeinbildung. In der Gesellschaft genossen Devadasis einen hohen sozialen Status.

In der Tradition von Devadasi formten sich Tänze wie: Bharatnatyam in Tamil Nadu, Kuchipudi in Andhra Pradesh, Odissi in Orissa and Mohiniyattam in Kerala. Sie wuchsen und entwickelten sich zu klassischen Tänzen, die heute eine wichtige Rolle im klassischen indischen Tanz spielen.

Anfänglich war die Devadasi Institution eng mit der Shiva Verehrung verbunden, doch mit der Zeit, übernahmen auch andere religiöse Bewegungen diese Tradition.
Mit dem Zerfall des großen Hindu-Königreiches, degenerierte die Praxis und Devadasis wurden als unmoralisch empfunden. Wurden sie zuvor "Nitya Sumangali" (=hindi, ewige Jungfrau, die nicht an einen weltlichen Mann gebunden war) gerufen, so wurden sie jetzt Prostituierte geschumpfen, da sie Sexualität außerhalb des Konzeptes der Heirat lebten. Mit der moslemischen Invasion verloren die Frauen generell an Unabhängigkeit und Macht. Erneuerer propagierten das Modell der auf alte Tradition beruhenden Tempeltänzerinnen als reine, heilige und keusche Frauen. Ein nonnenhaftes Image wurde vermittelt, und es wurde betont, dass Devadasi-Tanz eine Form des "Natya Yoga" sei, eine Praxis die den spirituellen Wachstum begünstigt. Wieder andere behaupten, dass Devadasi weder eine Prostituierte noch eine Nonne war: „Sie war eine professionelle Künstlerin, die ihre weiblichen Fähigkeiten weder unterdrückte noch leugnete."

Heute 

Es gibt kaum noch Devadasis im ursprünglichen Sinn. Der Name Devadasi wird heute weitestgehend als Synonym für Prostitution mißbraucht. Ähnlich wie aus der Tempeltänzerin zu Zeiten matriarchaler Gesellschaftsstrukturen im Großraum zwischen Ägypten und Indien, aus "Hora" (=griechische Wortwurzel, die Stunde/n Tänzerin bezeichnend) die "Hure" wurde. "Mein Leben und Werk ist ein Beitrag, die in ihrer Natur heilige Praxis von diesem Mißverständnis, das eins gleich dem anderen ist, zu erleichtern." Paramjyoti

Interpretation des zeitgenössischen Ausdruckes                                                            von Devadasi - Tanz des Herzens: www.devadasi.de